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Sustainable Development Goals (SDG) – 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung

Die EU-Kommission hat im März 2018 einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums beschlossen. Der Aktionsplan soll unter anderem der Umsetzung zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums dienen, resultierend aus der „69. UN-Generalversammlung / UN Sustainable Development Summit New York“ vom 25. bis 27.09.2015.

Dort kam es zur Verabschiedung der sog. Sustainable Development Goals (SDG) – Agenda 2030

Neben dem Pariser Klimaschutzübereinkommen haben sich die EU und Regierungen weltweit insbesondere mit der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zum Ziel einer nachhaltigeren Wirtschaft und Gesellschaft bekannt.

Die 17 SDGs werden sowohl von der Deutschen Bundesregierung als auch von vielen weiteren Institutionen häufig referenziert, wenn es um nachhaltiges Wachstum geht.

Zur Konkretisierung dieser 17 Ziele wurde im Jahr 2015 ebenfalls ein Katalog von 169 Zielvorgaben verabschiedet, u.a. Auslaufen von Subventionen für fossile Energien, Agrar-Exportsubventionen sowie  Exportmaßnahmen mit gleicher Wirkung. Betrachtet man die 169 Zielvorgaben genauer, so fällt auf, dass 107 davon inhaltliche Ziele betreffen und 62 Maßnahmen der Umsetzung aufzeigen.

Die Überwachung der SDG-Einhaltung der UN-Mitgliedstaaten erfolgt durch das „Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung“ (HLPF; UN High-Level Political Forum on Sustainable Development.

Die 17 Ziele für die nachhaltige Entwicklung (SGDs) befassen sich mit den globalen Herausforderungen, mit denen sich alle UN-Mitgliedstaaten konfrontiert sehen, u.a. solche, die mit Armut, Ungleichheit, Klima, Umweltzerstörung, Wohlstand sowie Frieden und Gerechtigkeit zusammenhängen. Die Ziele sind in Konnexität zu verstehen und es ist geplant, alle Ziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen.

Nachfolgend sollen die 17 SDGs aufgelistet und deren Kernelemente beschrieben werden. Einzelbeispiele für diese Ziele finden sich auf einer Website der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung.

  1. Keine Armut: Armut soll in all ihren Formen und überall beendet werden.
  2. Kein Hunger: Indem die Ernährung gesichert werden und eine bessere Ernährung verbreitet werden soll, ist das Ziel, den Hunger beenden.
  3. Gesundheit und Wohlergehen: Es soll für alle Menschen jeden Alters ein gesundes Leben gewährleistet und ihr Wohlergehen gefördert werden.
  4. Hochwertige Bildung: Für alle eine inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens fördern.
  5. Geschlechtergleichheit: Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen.
  6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen: Es ist die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten.
  7. Bezahlbare und saubere Energie: Ziel ist der gesicherte Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle.
  8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum: Förderung eines dauerhaften, breitenwirksamen und nachhaltigen Wirtschaftswachstums, einer produktiven Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit für alle.
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur: Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, Förderung von breitenwirksamer und nachhaltiger Industrialisierung und Unterstützung von Innovationen.
  10. Weniger Ungleichheiten: Die Ungleichheit in und zwischen Ländern soll verringert werden.
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden: Städte und Siedlungen sind inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten.
  12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion: Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.
  13. Maßnahmen zum Klimaschutz: Es sollen Sofortmaßnahmen ergreifen werden, um den Klimawandel und seine Auswirkungen zu bekämpfen.
  14. Leben unter Wasser: Bewahrung und nachhaltige Nutzung der Ozeane, Meere und Meeresressourcen.
  15. Leben an Land: Es sollen Landökosysteme geschützt, wiederhergestellt und ihre nachhaltige Nutzung gefördert werden, Wälder sind nachhaltig zu bewirtschaften, Wüstenbildung gilt es zu bekämpfen, Bodendegradation muss beendet und umgekehrt werden und dem Verlust der biologischen Vielfalt ist ein Ende zu setzen.
  16. Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen: Förderung friedlicher und inklusiver Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung, es ist allen Menschen Zugang zum Recht zu ermöglichen und sind leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.
  17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele: Stärkung der Umsetzungsmittel und es soll die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben gefüllt werden.

Deutschland hat am 19. Juli 2016 als eines der ersten Länder über die nationale Umsetzung der Agenda berichtet. Die Bundesregierung hat ein Nationales Programm für nachhaltigen Konsum beschlossen.

Die Umsetzung der SDGs in Deutschland hat als Fundament die am 11. Januar 2017 verabschiedete Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie.

Magnus Hamsch

Associate, Finance/Financial Regulation

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Der Weg zum EU Aktionsplan Sustainable Finance (Finanzierung nachhaltigen Wachstums)

Die Notwendigkeit, Wege zu einem nachhaltigen Wachstum zu finden und zu beschreiten, wurde von der Umweltbewegung der späten 70er und frühen 80er Jahre erkannt und fand ab Ende der 80er Jahre seinen Niederschlag in offiziellen Dokumente internationaler Organisation und Gremien. Der EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums baut auf diesen Vorarbeiten auf, die im folgenden stichpunktartig dargestellt werden:

Brundtland-Bericht (1987) – 42. UN-Generalversammlung: Report of the World Commission on Environment and Development: Our Common Future

Definition einer nachhaltigen Entwicklung: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“

Agenda 21 (1992) – UN Conference on Environment and Development – Earth Summit Rio de Janeiro – Abschlussdokument

In der Agenda 21 verpflichteten sich die Teilnehmerstaaten erstmalig, nationale Nachhaltigkeitsstrategien auszuarbeiten. Die deutsche Bundesregierung legte 2002 die Strategie „Perspektiven für Deutschland“ vor. 2010 folgte eine Maßnahmeprogramm der Bundesregierung zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele. 2016 erfolgte die Überarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie.

Kyoto-Protokoll  (1997) – 3. Klimaschutzkonferenz – Kyoto Protokoll

Das Kyoto-Protokoll enthielt erstmals rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Emissionsverringerung durch die Industrieländer.

Milleniumsziele (2000/2001) – 55. UN-Generalversammlung / Millenium Summit

Definition der sogenannten Millenium Development Goals (u.a. Bekämpfung von Armut und Hunger, Bereitstellen von Grundschulbildung für Kinder, Bekämpfung von AIDS und Malaria, Förderung der ökologischen Nachhaltigkeit)

Kopenhagen (2009) – 15.  UN-Klimaschutzkonferenz – Copenhagen Accord

erstmalige Anerkennung des 2-Grad-Ziels

Rio +20 (2012) – UN Conference on Sustainable Development / Earth Summit Rio de Janeiro – Abschlussdokument „The Future we want“.

Bestätigung der Agenda 21 und zwischenzeitlich ergriffener Maßnahmen

Sustainable Development Goals (2015) – 69. UN-Generalversammlung, New York

Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDG) – Agenda 2030,
17 SDGs und 169 Zielvorgaben,
Überwachung der SDG-Umsetzung durch UN High-Level Political Forum on Sustainable Development.

Paris (2015) – 21. UN-Klimaschutzkonferenz, Paris – Abschlussdokument

Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf unter 2 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau, sogar auf 1,5 Grad, wenn dadurch Risiken deutlich reduziert werden.

EU Aktionsplan (2018), EU Kommission vom 8.3.2018 – Aktionsplan

Grundlage der EU Sustainable Finance Strategie