Schlagwort-Archiv: ESMA Leitlinien

ESMA veröffentlicht Leitlinien für Mitglieder des Leitungsorgans von Marktbetreibern und Datenbereitstellungsdiensten

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat Leitlinien für Mitglieder des Leitungsorgans von Marktbetreibern und Datenbereitstellungsdiensten (Guidelines on the management body of market operators and data reporting services providers) veröffentlicht. Diese Leitlinien richten sich an die zuständigen nationalen Behörden, Marktbetreiber und Datenbereitstellungsdienste.  Sie beruhen auf Artikel 45 Abs. 9 und Artikel 63 Abs. 2 der MiFID II und werden am 3. Januar 2018 in Kraft treten. Die zuständigen nationalen Behörden müssen innerhalb von zwei Monaten der ESMA mitteilen, ob sie beabsichtigen die Guidelines anzuwenden.

Die Leitlinien behandeln unter anderem folgende Themen:

  • Konzept des ausreichenden Zeitaufwands, d. h. der Zeit, die ein Mitglied des Leitungsorgans für die Wahrnehmung seiner Aufgaben aufwenden muss, damit dies im Verhältnis zu den Umständen im Einzelfall und zu Art, Umfang und Komplexität der Geschäfte des Marktbetreibers / Datenbereitstellungdienstes als ausreichend anzusehen ist;
  • notwendige Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen, über die das Leitungsorgan kollektiv verfügen muss;
  • Aufrichtigkeit, Integrität und Unvoreingenommenheit eines Mitglieds des Leitungsorgans;
  • Konzept des angemessenem Umfangs von Personal und Finanzressourcen für die Einführung der Mitglieder des Leitungsorgans in ihr Amt;
  • Konzept der Diversität bei der Auswahl der Mitglieder des Leitungsorgans als heranzuziehendes Kriterium.

 

 

EBA und ESMA veröffentlichen Leitlinien zur Eignung von Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Aufsichtsorgans sowie Inhabern von Schlüsselfunktionen

Die European Banking Authority (EBA) und die European Securities and Markets Authority (ESMA) haben gemeinsame Leitlinien zur Beurteilung der Eignung von Mitgliedern der Geschäftsleitung und des Aufsichtsorgan sowie Inhabern von Schlüsselfunktionen veröffentlicht. Die Leitlinie beruht auf Art. 91 Abs 12 der CRD IV sowie auf Art. 9 Abs. 1 der MiFID II. Die Leitlinie wird am 30. Juni 2018 in Kraft treten und die existierende Leitlinie vom 22. November 2012 ersetzen.

MiFID II: ESMA aktualisiert Guidelines zu Transaction Reporting, Order Record Keeping und Clock Synchronisation

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat eine aktualisierte Version der Guidelines bezüglich Transaction Reporting, Order Record Keeping and Clock Synchronisation im Zusammenhang mit MiFID II veröffentlicht. In der neuen Version sind faktische Fehler, Tippfehler und Inkonsistenzen behoben worden. Eine substantielle Änderung der Leitlinien, wie sie am 10. Oktober 2016 veröffentlicht wurden, ist damit nach Aussage der ESMA nicht verbunden. Um volle Transparenz zu gewährleisten, hat die ESMA auch eine Version in Korrekturkennung veröffentlicht.

Nächste Schritte: Die Leitlinien werden zur Zeit in die offiziellen Sprachen der Europäischen Union übersetzt. Nach Abschluss der Übersetzungsarbeiten haben die zuständigen nationalen Behörden zwei Monate Zeit, die ESMA zu benachrichtigen, ob sie die Leitlinien anwenden werden oder nicht.

ESMA: Konsultation der Leitlinien zu MIFID II Geeignetheitsprüfung veröffentlicht

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat am 13. Juli 2017 den Entwurf einer Leitlinie zu bestimmten Aspekten der MiFID II Anforderungen zur Geeignetheit veröffentlicht. Ziel dieses Entwurfes ist es, zur Klarheit und Konvergenz im Rahmen des Implementierungsprozesses  beizutragen.

Er soll die entsprechende ESMA Leitlinie aus dem Jahr 2012 ersetzen.  Die ESMA schlägt u.a. neue Leitlinien vor, welche die Anforderungen an die Berücksichtigung von Kosten und Komplexität äquivalenter Finanzinstrumente und an die Kosten-Nutzen-Analyse bei der Umschichtung von Anlagen betreffen. Es wurden weiterhin Erläuterungen ergänzt, um den Zusammenhang mit Online-Dienstleistungen wie Robo-Advice zu klären.

Die Konsultationsperiode ended am 13. Oktober 2017.

MiFID II: Kalibrierung von Notfallsicherungen und Veröffentlichung von Handelseinstellungen

Die ESMA hat am 27.06.2017 Leitlinien zur Kalibrierung von Notfallsicherungen („circuit breakers“) und Veröffentlichung von Handelseinstellungen gemäß MiFID II veröffentlicht. Diese Leitlinien sind auf Handelsplätze anwendbar, deren Systeme algorithmischen Handel ermöglichen oder unterstützen, sowie auf die zuständigen Behörden. Sie sollen eine einheitliche Anwendung der Bestimmungen nach Artikel 48 Abs. 5 MIFID II gewährleisten.  Die zuständigen Behörden müssen der ESMA binnen zwei Monaten nach Veröffentlichung dieser Leitlinien mitteilen, ob sie den Leitlinien nachkommen oder nicht nachzukommen beabsichtigen. Die Leitlinien treten am 3. Januar 2018 in Kraft.

ESMA – Final Report bezüglich Product Governance Leitlinien veröffentlicht

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat den finalen Report zu ihren Leitlinien bezüglich der Product Governance veröffentlicht.

Die Leitlinien behandeln unter anderem folgende Themen für Hersteller von Finanzinstrumenten:

  • Identifikation den potentiellen Zielmarktes durch den Hersteller – zu berücksichtigende Kategorien;
  • Identifikation den potentiellen Zielmarktes – Differenzierung nach der Natur des des hergestellten Finanzproduktes;
  • Verbindung zwischen der Vertriebsstrategie des Herstellers und der Definition des Zielmarktes.

Für Vertreiber von Finanzinstrumenten enthält die Leitlinie folgende Themen:

  • Zeitlicher Zusammenhang und Verhältnis zwischen der Zielmarktbestimmung des Vertreibers mit anderen Product Governance Prozessen;
  • Verhältnis zwischen den Product Governance Anforderungen und der Bestimmung der Geeignetheit oder Angemessenheit;
  • Identifizierung des Zielmarktes durch den Vertreiber: zu berücksichtigende Kategorien;
  • Identifizierung des Zielmarktes: Differenzierung auf Basis der Natur des zu vertreibenden Finanzproduktes;
  • Identifizierung und Beurteilung des Zielmarktes durch den Vertreiber: Zusammenspiel mit Investment Services;
  • Vertriebsstrategie des Vertreibers;
  • Portofolio Management, Hedging und Diversifizierung;
  • Regelmäßige Überprüfung durch den Hersteller und Vertreiber; ob Finanzprodukte und Dienstleistungen den Zielmarkt erreichen;
  • Vertrieb von Finanzprodukten, die von Unternehmen hergestellt werden, die nicht den MiFID II Product Governance Regelungen unterliegen; und
  • Anwendung von Product Governance Regelungen auf den Vertrieb von Finanzprodukten, die vor der Anwendbarkeit von MiFID II hergestellt wurden.

Die Leitlinie behandelt die folgenden Themen, die sowohl für Hersteller als auch Vertreiber  relevant sind:

  • Identifizierung von „negativen“ Zielmärkten und Verkäufen außerhalb des Zielmarktes; und
  •  Anwendbarkeit der Zielmarktbestimmungen auf Wertpapierfirmen, die nicht im Retailbereich tätig sind (d.h. deren Kunden z.B. professionelle Kunden und geeignete Gegenparteien sind).

Nächste Schritte:

  • Übersetzung der Leitlinie in die offiziellen EU-Sprachen und Veröffentlichung auf der ESMA Website;
  • Nach der Veröffentlichung aller Übersetzungen beginnt eine zweimonatige Frist, in der die  zuständigen nationalen Behörden ESMA beanchrichtigen müssen, ob sie beabsichtigen, die Leitlinie anzuwenden.

 

Kenntnisse und Kompetenzen von Mitarbeitern für Anlageberatung bzw. Erteilung von Informationen über Produkte – ESMA Konsultation zu MiFID II

ESMA konsultiert derzeit den Entwurf möglicher Leitlinien mit Kriterien für die Beurteilung der Kenntnisse und Kompetenzen, die Mitarbeiter von Wertpapierfirmen für die Erbringung von Anlageberatung und auch für die Erteilung von Informationen über Produkte und (Neben-)Dienstleistungen aufweisen müssen.

Hintergrund ist, dass die neue MiFID II u.a. verlangt, dass Wertpapierfirmen (und auch Verwaltungsgesellschaften, sofern etwa die individuelle Portfolioverwaltung oder Anlageberatung erbracht wird) zukünftig dafür Sorge zu tragen haben, dass die von ihr eingesetzten natürlichen Personen (auch vertraglich gebundene Vermittler), die Anlageberatung erbringen oder Kunden Informationen über Anlageprodukte bzw. (Neben-)Dienstleistungen erteilen, die erforderlichen Kenntnisse und Kompetenzen haben, um die Wohlverhaltensregeln nach Art. 24 MiFID II zu erfüllen. Weiterlesen

Definition und Einordnung von Warenderivaten – ESMA Leitlinien zu MiFID I

Am 6. Mai 2015 hat ESMA ihre Leitlinien zur Anwendung der Definition von Warenderivaten und deren Einordnung in die C 6- und C 7-Kategorien nach Annex I Abschnitt C der MiFID veröffentlicht.

Die Leitlinien sollen ab dem 7. August 2015 für die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten anwendbar sein und sollen (fast 11 Jahre nach Inkrafttreten der MiFID…) ein EU-weit einheitliches Verständnis der Definition von C 6- und C 7-Warenderivaten ermöglichen. Weiterlesen