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ESMA veröffentlicht Erklärung zu CFDs und binären Optionen

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat eine Erklärung zu dem Stand ihrer Arbeit bezüglich des Vertriebs von Contracts for Difference (CFDs) und binäre Optionen an Kleinanleger veröffentlicht.  Obwohl einige nationale Behörden (z.B. die BaFin)  begonnen haben,  Maßnahmen zu ergreifen, die den Vertrieb dieser Produkte eingrenzen soll, bleibt ESMA besorgt über die Risiken, denen Anleger ausgesetzt sind.

Deshalb erwägt die ESMA von ihrer Ermächtigung gemäß Artikel 40 MiFIR Gebrauch zu machen und

  • die Werbung, den Vertrieb oder den Verkauf von binären Optionen an Kleinanleger zu verbieten
  • und  die Werbung, den Vertrieb oder den Verkauf von CFDs einzuschränken.

Bezüglich der CFDs prüft die ESMA die Einführung folgender Maßnahmen:

  • die Beschränkung des Leverage zwischen 30:1 und 5:1 je nach Volatilität des Underlyings;
  • eine margin close-out Regel;
  • eine Verlustbeschränkungsregelung;
  • eine Begrenzung von Handelsanreizen;
  • und eine standardisierte Risikowarnung.

Die ESMA wird diesbezüglich eine Konsultation im Januar 2018 durchführen.

Produktintervention: ESMA bereitet Maßnahmen bezüglich CFDs, binäre Optionen, etc. vor

In einer Mitteilung vom 3. Juli 2017 zeigt sich die European Securities and Markets Authority (ESMA) besorgt über spekulative Produkte wie CFDs, rolling spot forex und binäre Optionen, die an Kleinanleger vermarktet werden. In diesem Zusammenhang hat die ESMA bereits eine Reihe von Q&As veröffentlicht, eine CFD TasK Force errichtet und im Juli 2016 eine Warnung an Investoren ausgesprochen.

ESMA ist besorgt, dass diese Konvergenzmaßnahmen nicht ausreichend sind und erwägt, ihre Befugnisse zur Produktintervention nach Artikel 40 MiFIR auszuüben. Sie wird dabei von verschiedenen nationalen Regulierern bereits ergriffene Maßnahmen (z.B. die Limiterung von Leverage, Verlustbeschränkungen und Beschränkungen bezüglich des Marketings und Vertriebs. Ein Bericht aller bisher ergriffenen Produktinterventionsmaßnahmen unter MiFIR findet sich hier. ) berücksichtigen.

Produktinterventionsmaßnahmen der ESMA bedürfen der Zustimmung des ESMA Board of Supervisors und können frühestens am 3. Januar 2018 in Kraft treten.

 

 

27. Oktober – NRF Breakfast Briefing (Bonitätsanleihen)

Am 27. Oktober findet ab 8.30 Uhr in den Räumlichkeiten von Norton Rose Fulbright ein Breakfast Briefing mit dem Titel

Produktintervention nach § 4b WpHG –
Anfang vom Ende des Derivatemarktes für Kleinanleger?

statt. Eine Anmeldemöglichkeit findet sich hier.

Mit der Anhörung zur Allgemeinverfügung vom 28.07.2016 bezüglich sog. „Bonitätsanleihen“, die auf ein Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von Zertifikaten bezogen auf Bonitätsrisiken („Bonitätsanleihen“ oder „credit linked notes“) abzielt, hat die BaFin erstmalig von ihren durch das Kleinanlegerschutzgesetz eingeführten neuen Befugnissen Gebrauch gemacht.
Der DDV und der DK haben mit umfangreichen Stellungnahmen auf das geplante Verbot reagiert. In einem Interview der Zeitung Welt am Sonntag vom 18.09.2016 schloss die Leiterin der Abteilung Verbraucherschutz, Frau Elisabeth Roegele, weitere Verbote nicht aus. So beobachte man derzeit Differenzkontrakten (CfDs) und binäre Optionen, vor denen auch die europäische Wertpapieraufsicht ESMA gewarnt habe.

Nach einer Darstellung der ins Visier der BaFin geratenen Derivateprodukte (Bonitätsanleihen, CfDs, binäre Optionen) werden die Voraussetzungen sowie die verschiedenen Formen einer Produktintervention nach § 4b WpHG besprochen sowie der europarechtliche Kontext (MiFID II, ESMA Q&As, etc.) hergestellt. Die von der BaFin angeführten Argumente zur Begründung des Verbots des Retailvertriebs von Bonitätsanleihen werden den von DDV und DK vorgebrachten Argumenten gegenübergestellt und diskutiert.

Abschließend soll basierend auf der Annahme, dass die BaFin die Allgemeinverfügung weitgehend in der zur Anhörung gestellten Form erlassen wird, ein Ausblick auf die möglichen Auswirkungen für den gesamten Zertifikate- bzw. Derivatemarkt gewagt werden unter besonderer Berücksichtigung der ab 2018 geltenden Produktinterventionsregelung in Art. 42 MiFIR.