Initial Coin Offerings – ESMA warnt Anleger sowie alle Beteiligte eines ICOs

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) warnt Anleger vor den hohen Risiken, die mit sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) verbunden sind. Sie macht Anleger auf die Möglichkeit eines Totalverlustes aufmerksam und insbesondere auf die Tatsache, dass Anleger – anders als bei regulierten Investments – keinen Schutz geniessen, falls die fraglichen ICOS in den unregulierten Bereich fallen.  ICOS seien extrem riskant und hochspekulativ.

Die Hauptrisikofaktoren von ICOs sind laut ESMA folgende:

  • unreguliertes Umfeld, Anfälligkeit für Betrug und andere illegale Aktivitäten (wie etwa Geldwäsche);
  • hohes Risiko eines Totalverlustes;
  • keine Möglichkeit zur Veräußerung des Investments und extreme Preisschwankungen;
  • unzureichende Informationen;
  • fehlerhafte Technologie.

Die Warnhinweise der ESMA ähneln der Anlegerwarnung, welche die BaFin am 9. November 2017 veröffentlicht hat.

Darüber hinaus warnt ESMA explizit alle Beteiligte an einem Initial Coin Offering die relevanten regulatorischen Voraussetzungen einzuhalten. Unternehmen, die an einem ICO beteiligt sind, müssten sorgfältig überlegen, ob ihre Aktivitäten eine regulierte Aktivität darstellten. Je nach Strukturierung könnten ICOs aus dem regulierten Bereich herausfallen. Handelt es sich bei den Coins oder Tokens jedoch um Finanzinstrumente oder Anteile an Investmentfonds, so könnten (u.a.) die folgenden europäischen Regulierungen anwendbar sein:

  • Prospectus Directive;
  • Markets in Financial Instruments Directive (MIFID);
  •  Alternative Investment Fund Managers Directive (AIFMD);
  • Fourth Anti-Money Laundering Directive.

Allerdings gibt die ESMA keine Hinweise dazu, nach welchen Kriterien der unregulierte und regulierte Bereich im Hinblick auf Coins und Tokens abzugrenzen sind.