Memoranda of Understanding zwischen FCA und ESAs: Entschärfung von Outsourcing- und Vertriebsfragen im Falle eines No-Deal-Brexit

Am 1. Februar 2019 wurde bekanntgegeben, dass die ESMA und die europäischen Wertpapieraufsichtsbehörden mit der Financial Conduct Authority (FCA) des Vereinigten Königreichs (UK) Memoranda of Understanding (MoUs) vereinbart haben (Pressemitteilung). Die MoUs sind Teil der Vorbereitungen der Behörden für den Fall, dass das Vereinigte Königreich die EU ohne ein Austrittsabkommen verlässt (No-Deal-Brexit), jedoch bisher nicht veröffentlicht. Ähnliche Vereinbarungen über den Informationsaustausch wurden bereits mit diversen Aufsichtsbehörden von Drittländern abgeschlossen.

In Bezug auf Investmentvermögen ist besonders das 2. MoU relevant: Als multilaterale Vereinbarung zwischen ESAs, den nationalen Aufsichtsbehörden (wie die BaFin in Deutschland) und FCA soll sie ermöglichen, dass bestimmte Tätigkeiten, wie das „Outsourcing und die Delegation von Fondsmanagern“, weiterhin von im Vereinigten Königreich ansässigen Unternehmen im Namen von Gegenparteien mit Sitz im EWR durchgeführt werden können. Die BaFin wertete dies am 08.03.19 als erfolgreiche Entschärfung der Themen „Auslagerung des Portfoliomanagements auf UK-Unternehmen“ und Fondsvertrieb in Deutschland. Während die BaFin zum Fondsvertrieb bereits umfassend informiert hatte, ist das 2. MoU vor allem für das Thema Auslagerung bedeutend.

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