MAR: ESMA aktualisiert Q&A

Am 1. Oktober 2018 veröffentlichte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) eine aktualisierte Version ihrer Q&A zur Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/2014).

Im Rahmen dessen hat die ESMA drei neue Q&A im Zusammenhang mit der Verzögerung der Offenlegung von Insider-Informationen durch ein Kredit- oder Finanzinstitute zur Wahrung der Finanzstabilität gem. Artikel 17 Abs. 5 MAR hinzugefügt:

  • Beabsichtigt ein Kredit-/Finanzinstitut als Emittent, die Offenlegung von Insiderinformationen zur Wahrung der Stabilität des Finanzsystems aufzuschieben, so muss der Emittent der zuständigen nationalen Aufsichtsbehörde (NCA) nachweisen, dass die Bedingungen gemäß Artikel 17 Abs. 5 MAR erfüllt sind. Die Bewertung der Bedingungen sollte nach bestem Wissen und Gewissen und so vollständig wie möglich erfolgen.

 

  • Die Offenlegung kann nur aufgeschoben werden, wenn die Gefahr einer nachtteiligen Beeinträchtigung für die finanzielle Stabilität, sowohl des Emittenten, als auch des Finanzsystems besteht. Bei der Beurteilung, ob die Verzögerung im öffentlichen Interesse liegt, sollte der Emittent potenziell betroffene Unternehmen und Gruppen identifizieren. Dabei sind wirtschaftliche, wie auch nicht-finanzielle Interessen der Öffentlichkeit zu berücksichtigen.

 

  • Das Kredit-/Finanzinstitut, das die NCA über seine Absicht informiert, sollte dieser ebenfalls die voraussichtliche Dauer der Verzögerung mitteilen. Ebenso sollte der Emittent die NCA stätig über neue Entwicklungen hinsichtlich der Verzögerung in Kenntnis setzten.

 

  • Liegen die Voraussetzungen nach Artikel 17 Abs. 5 nicht vor, und stimmt die NCA der Verzögerung nicht zu, so hat das Kredit-/Finanzinstitut die Insider-Informationen gemäß Artikel 17 Abs. 6 MAR unverzüglich offenzulegen. Der Emittent kann in diesem Fall nicht auf Artikel 17 Abs. 4 MAR zurückgreifen.

Kontakt