Integration von ESG-Risiken im Investmentprozess

Mit Schreiben von Ende Juli hat die EU-Kommission ESMA und EIOPA aufgefordert, eine Anpassung der Level-2-Maßnahmen der Asset-Management- und Versicherungsregulierung für die Integration von ESG-Risiken und -Faktoren in den Investmentprozess vorzubereiten.

Hintergrund ist das von der Kommission am 24. Mai 2018 verabschiedete Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Finanzierung. Die delegierten Rechtsakte, zu denen die Kommission nun technische Beratung durch EIOPA und ESMA einholt, gehört zum ersten Aktions-Paket zur Anpassung der Durchführungsrechtsakte zur Richtlinie 2009/65/EG (OGAW-Richtlinie), Richtlinie 2011/61/EG (AIFMD), Richtlinie 2014/65/EU (MiFID II), Richtlinie 2009/138/EG (Solvency-II-Richtlinie) und Richtlinie 2016/97 (IDD).

Konkret hat die Kommission um Regelungsvorschläge zu folgenden Punkten gebeten:

  • Organisatorische Vorgaben, die die angemessene Berücksichtigung von ESG-Risiken sicherstellen. Hierbei nennt die Kommission die Verantwortung der Risikomanagement-, Compliance-Funktion und des Managements, die Einrichtung von Prozessen und internen Richtlinien sowie entsprechende Kenntnisse, Überprüfung und angemessene Unterstützungsleistungen wie Research.
  • Systematische Berücksichtigung von ESG-Risiken in der Anlagestrategie und Anlageentscheidung
  • Systematische Einbindung von ESG-Risiken in den Risikomanagementprozess
  • Berücksichtigung von ESG-Risiken bei der Bestimmung des Zielmarkts nach MiFID II und IDD

Die ESMA und die EIOPA sollen ihre Vorschläge bis zum 30. April 2019 einreichen. Beide Aufsichtsbehörden werden die Vorschläge zuvor konsultieren.

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