ESMA Opinion zu unterschiedlichen Anteilsklassen bei OGAW-Fonds

Am 30. Januar 2017 veröffentlichte die ESMA eine Opinion zu der Verwendung unterschiedlicher Anteilsklassen bei OGAW-Fonds. Dem liegt der Umstand zu Grunde, dass manche Mitgliedsstaaten verbieten, innerhalb eines OGAW-Fonds unterschiedliche Anteilsklassen auszugestalten, wohingegen andere Mitgliedstaaten diese Praxis erlauben.

Weiter stellt sich bei der Verwendung unterschiedlichen Anteilsklassen innerhalb des gleichen OGAW-Fonds das Problem, dass manche Investoren des gleichen OGAW-Fonds schlechter gestellt sein könnten als andere Investoren. Daher stellt die ESMA vier Grundsätze auf, an die sich OGW-Fonds halten müssen, wenn sie unterschiedliche Anteilsklassen zulassen wollen:

  1. Alle Anteilsklassen des OGAW müssen ein gemeinsames Investmentziel verfolgen, welches mit einem gemeinsamen Asset-Pool in Verbindung steht. Im Rahmen dessen geht die ESMA u.a. davon aus, dass Hedging Strukturen (mit Ausnahme des currency risk hedging) mit diesem Erfordernis nicht konform gehen.
  2. Es muss durch organisatorische Maßnahmen sichergestellt werden, dass Risikofaktoren einer jeweiligen Anteilsklasse keinen Einfluss auf die anderen Anteilsklassen haben, bzw. das Risiko einer „Ansteckung“ (non-contagion) muss minimiert werden.
  3. Die genaue Ausgestaltung der jeweiligen Anteilsklassen muss vor Gründung des Fonds bereits festgelegt werden.
  4. Die Unterschiede der einzelnen Anteilsklassen müssen den Investoren transparent dargestellt werden.

Verstoßen einzelne Anteilsklassen der OGAW gegen diese Regeln, so darf ein Neu-Investment nur noch innerhalb der nächsten 6 Monate stattfinden. Alt-Investoren dürfen ihre bestehenden Investments nur noch innerhalb der nächsten 18 Monate aufstocken.