ESMA konsultiert zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die OGAW-Richtlinie und AIFMD

Am 19. Dezember 2018 veröffentlichte die ESMA ein Konsultationspapier zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken und -faktoren in die OGAW-Richtlinie (2009/65/EG) und die AIFM-Richtlinie (2011/61/EU) (AIFMD) (ESMA34-45-569).
ESMA möchte erreichen, dass alle zugelassenen Fondsmanager, die der OGAW-Richtlinie und dem AIFMD unterliegen, Nachhaltigkeitsrisiken in bestimmte interne Prozesse integrieren müssen. Nachhaltigkeitsrisiken sind hierbei Risiken von Wertschwankungen von Positionen im Portfolio eines Fonds aufgrund von Umwelt-, Sozial- und/ oder Governance-Faktoren (sog. ESG-Faktoren).

Zu den vorgeschlagenen Änderungen gehören:
– Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken in die Organisationsverfahren, Berücksichtigung der Arten von Interessenkonflikten, die auftreten können, sowie Systeme und Kontrollen, um sicherzustellen, dass sie bei den Anlage- und Risikomanagementprozessen angemessen berücksichtigt werden.
– Berücksichtigung der erforderlichen Ressourcen und Kompetenzen für die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken, einschließlich der Klarstellung, dass es sich um eine Verantwortung des Senior Managers handelt.
– Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken bei der Auswahl und Überwachung von Investitionen, der Gestaltung schriftlicher Richtlinien und Verfahren und der Umsetzung wirksamer Vorkehrungen.

Die Konsultation endet am 19. Februar 2019. Die ESMA beabsichtigt, der Europäischen Kommission bis Ende April 2019 den endgültigen Entwurf vorzulegen.
Die Konsultation wurde als Reaktion darauf veröffentlicht, dass die Kommission die ESMA um technische Beratung im Zusammenhang mit ihren Legislativvorschlägen für nachhaltige Finanzierungen gebeten hat.
Die Initiativen der Kommission zu nachhaltigen Finanzierungen sind Teil ihrer umfassenderen Initiative zur Gründung der Kapitalmarktunion (CMU).

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