BaFin plant nationale Untersagung von binären Optionen für Kleinanleger

Am 29. November 2018 veröffentlichte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) den Entwurf einer Allgemeinverfügung hinsichtlich der Untersagung der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs von binären Optionen an Kleinanleger.

Die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von binären Optionen an Kleinanleger ist bereits jetzt in der Europäischen Union aufgrund einer vorübergehenden Maßnahme der Europäischen Wertpapier-und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) untersagt. Die BaFin bereite sich mit dieser Allgemeinverfügung auf das Auslaufen der Produktinterventionsmaßnahme der ESMA vor. Deren Verbot der Vermarktung und des Verkaufs von binären Optionen an Kleinanleger wurde mit Entscheidung der ESMA vom 01. Oktober 2018 bis zum 1. Januar 2019 verlängert (wir berichteten hier).

Die BaFin führt hinsichtlich der geplanten Untersagung aus, dass sie erhebliche Risiken und damit Anlegerschutzbedenken hinsichtlich binärer Optionen sieht, da diese komplex und wenig transparent seien. Dies gelte vor allem für Berechnung ihrer Wertentwicklung und des zugrundeliegenden Basiswerts.

Eine Gefahr resultiere des Weiteren aus dem Umstand, dass binäre Optionen nicht an einem Markt gehandelt werden, und der Anbieter den Preis somit selbst festlegt, ohne dass die Kunden diesen nachvollziehen oder prüfen könnten.

Ferner sei es wegen der teils kurzen Laufzeiten der Produkte für Kleinanleger schwierig, das Risiko-/rendite-Profil abzuschätzen. Des Weiteren ergebe sich ein Konflikt aus dem Umstand, dass die Anbieter von binären Optionen regelmäßig als Gegenpartei ihrer Kunden agieren würden, wonach das Interesse der Anbieter in direktem Konflikt zu den Interessen ihrer Kunden stände.

Bis zum 20. Dezember 2018 besteht Gelegenheit, zum Entwurf der Allgemeinverfügung schriftlich Stellung zu nehmen.

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